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Landesregierung gibt Carl-Bosch- und Willy-Hellpach-Schule einen Korb

"Abgewirtschaftet" hat nach Ansicht der Heidelberger Landtagsabgeordneten Theresia Bauer mittlerweile sogar Kultusministerin Marion Schick. Denn die Landesregierung erteilt dem Wunsch aus Heidelberg und Region nach sechsjährigen beruflichen Gymnasien eine glatte Abfuhr. Dies wird im Antwortschreiben der Kultusministerin auf eine Abgeordnetenbrief von Theresia Bauer deutlich.

Die Begründung aus dem Ministerium, warum in Heidelberg weder die Carl-Bosch-Schule ein sechsjähriges technisches Gymnasium in Aufbauform, noch die Willy-Hellpach-Schule ein sechsjähriges Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium als Schulversuch entwickeln dürfe, wertete die Hochschulpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion als "überaus schwach und rückständig".

Dem sechsjährigen Wirtschaftsgymnasium, so die Ministerin in ihrem Brief, komme lediglich eine "traditionsbedingte Sonderrolle" zu, die man wegen der "hohen Durchlässigkeit des baden-württembergischen Schulwesens" weder ausbauen noch auf andere Formen wie die eines Technischen Gymnasiums übertragen wollen. "Das ist Humbug", empört sich Bauer. Schick selbst räume in ihrem Schreiben ein, dass das Berufliche Gymnasium vor allem Jugendlichen aus eher bildungsfernen Schichten zur Hochschulreife verhelfe. Diese Einschätzung gilt nach Ansicht der Landtagsabgeordneten nicht nur für diese dreijährige Aufbauform von Schule, sondern ebenso für die sechsjährige, von den beiden Heidelberger Schulen angestrebte, Form.

Dass es mit der Durchlässigkeit enorm und für den Wirtschaftsstandort gefährlich hapere, zeige ein Blick in die Statistik, deshalb sei es notwendig, "innovative Vielfalt zu fördern, die für den jeweiligen Standort passt". Damit nicht nach wie vor der Bildungsabschluss der Eltern der sicherste Indikator ist für den Bildungsabschluss der Kinder. "Gute Schule wächst von unten und wir muss jeden und jede zur optimalen Entfaltung seiner Fähigkeiten bringen wollen", so Theresia Bauer mit Nachdruck, "ohne die Initiativen und die Eigenverantwortung der Akteure vor Ort, die die Situation am allerbesten kennen, geht gar nichts". Es sei deshalb ein Schlag ins Kontor derjenigen, denen diese Vielfalt am Herzen liege. Gerade Heidelberg sei durch die geringe Zahl der Schülerinnen und Schüler, die mit dem Haupt- oder Werkrealschulabschluss ihre Schullaufbahn beeenden, ein besonderes Pflaster, das besondere Initiativen erfordere.

Verantwortungsvolle Politik müsse flexibel genug sein, damit Angebote so gestaltet werden können, dass sie zukunftsfähig sind und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort entsprechen. Die Nachfrage sei bei beiden Schulen schon jetzt riesengroß. Die Absage aus dem Kultusministerium werde als Affront aufgefasst.

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